One moment in Time

„Und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.“ (Jesaja 65, 19)

Am 12. Februar 2012 sollten in Los Angeles, Beverly Hills, die Grammy Awards, die wichtigsten amerikanischen Musikpreise verliehen werden. Aber an diesem Abend sprachen alle nur über eines: den furchtbaren Tod von Whitney Houston, eine der weltweit erfolgreichsten Sängerinnen. Sechs Mal hatte sie dort selbst den Grammy überreicht bekommen.

Wenige Stunden vor dieser Grammy-Verleihung 2012 starb sie tragisch, mutterseelenalleine in einem Hotelzimmer. Um sie herum Drogen, Beruhigungsmittel und Alkohol. Ihr Leben total erfolgreich, aber total kaputt.

Und mancher wird sich bei dieser Nachricht an diese Siegeshymne erinnert haben, die sie einmal für Olympia 1988 gesungen hat:

„Give me one moment in time…“

Ein Lied über den Moment des Sieges, des Erfolgs, des Glanzes, des Ruhmes und der Freudentränen. Aber auch ein Lied, welches noch viel höhere Kategorien aufruft:

I want one moment in time
When I’m more than I thought I could be
And the answers are all up to me

Gib mir den einen Moment, wenn ich mehr bin, als ich je dachte, dass ich es einmal sein könnte, den Moment, wenn ich alle Antworten vor Augen habe.

Diesen Moment schenkt uns nicht Olympia.
Diesen Moment schenkt uns nicht diese Welt.
Diesen Moment schenkt uns nur einer: Gott der Herr, der Schöpfer unseres Lebens.

Von diesem Moment spricht Jesaja hier.
Dem Moment, wenn wir alle Antworten vor unseren Augen haben. Wenn wir merken, dass sich unsere Tränen in Frucht verwandelt haben. Wenn wir merken: Gott hat auch aus uns mehr gemacht, als wir uns je haben vorstellen können.

Wer, das heute schon weiß, lebt morgen anders und der stirbt auch anders.
Bei dem heißt es nicht: „Jetzt ist alles aus und vorbei“, sondern: „Jetzt geht’s erst richtig los…“

Wer das weiß und glaubt, der geht nicht irgendwo hin, sondern der geht voller Freude in Gottes großes zu Hause.

Auszug aus Predigt zu Jesaja 65, 17-19 „Wenn du weinst…“ (Ewigkeitssonntag 2021)

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