Flammender Appell

Der erfolgreiche Bonhoeffer-Biograph Eric Metaxas richtet mit seinem Buch „Letter to the American Church“ einen Brandbrief an seine Kirche in Amerika und alle Christen in den westlichen Kirchen, nämlich aufzuwachen bevor es bevor es zu spät ist. Ich teile die Einschätzung von Eric Metaxas und hoffe inständig, dass viele Christen hierzulande seine Worte zu Herzen nehmen.

Die herausragende Rezension des Buches aus der Feder von Johann Hesse gebe ich hier in Ausschnitten wieder:

Metaxas vergleicht die aktuellen Entwicklungen in den USA mit den Entwicklungen der 30er Jahre in Deutschland. So wie die Kirche der 30er Jahre im Angesicht des Bösen schwieg, so schweigen die Kirchen auch heute wieder.

In seinem im April 1933 gehaltenen Vortrag „Die Kirche vor der Judenfrage“ argumentierte Dietrich Bonhoeffer, dass die Kirche als „Gewissen“ des Staates eingesetzt sei, von diesem Rechenschaft einfordern und dem Staat seine Grenzen aufzeigen müsse, wenn er diese übertrete. Weiterhin müsse die Kirche den Opfern staatlichen Handelns helfend zur Seite stehen und drittens habe die Kirche die Pflicht, dem „Rad“ der staatlichen Maschinerie „in die Speichen zu greifen“, wenn der Staat seine Grenzen hemmungslos überschreite.

In den dreißiger Jahren gab es laut Metaxas 18.000 Pastoren in Deutschland. Rund 3.000 Pastoren zählten sich zur Bekennenden Kirche, während sich weitere rund 3.000 zu den Deutschen Christen rechneten.

Das Problem waren damals allerdings die 12.000 Pastoren, die zwar zur Seite der Bekennenden Kirchen neigten, sich aber aus den politischen Fragen lieber heraushielten. Sie wollten „nicht politisch“ sein und stattdessen das Evangelium verkündigen. Durch ihre vermeintliche und fromm begründete Neutralität leisteten sie dem unaufhaltsamen Siegeszug der Nationalsozialisten Vorschub.

Metaxas sieht die Kirchen in Amerika heute an einem Wendepunkt. So wie damals in Deutschland wohlmeinende Pastoren ihre Kirchtürme mit der Hakenkreuzflagge beflaggten, so hissen ebenso wohlmeinende Pastoren heute die „Black Lives Matter“- und die Regenbogen-Fahnen, ohne die dahinterstehende antichristliche Ideologie des Kulturmarxismus zu durchschauen. Metaxas weiß, dass er mit diesem Vergleich provoziert, doch er erinnert daran, dass auch damals die meisten nicht begriffen hätten, was später folgen würde. Sie wollten damals nur „das Evangelium predigen“ und auf „keinen Fall politisch sein“. So werde auch heute argumentiert: „Um des Evangeliums willen“ wolle man sich nicht zu bestimmten Themen äußern und auf keinen Fall dürfe man in den Verdacht kommen, „politisch zu sein“. Darum schweigen heute viele Pastoren zu Themen wie Abtreibung, die Bonhoeffer in seiner Ethik noch als Mord bezeichnet habe, wie zur Kritischen Rassentheorie, zur Transgender- und Queer-Theorie und zu den staatlichen Übergriffen in der Covid-19-Pandemie. Er stellt u.a. die Frage, warum es so viele Pastoren schweigend hinnahmen, dass ihre Kirchen von staatlichen Stellen als nicht-systemrelevante Einrichtungen eingestuft und geschlossen wurden, während staatlich regulierte Drogenausgabestellen, Casinos und sogar Strip-Clubs öffnen durften. Warum protestierten sie nicht, als ihre Gemeindemitglieder unter Druck gesetzt wurden, sich Substanzen injizieren zu lassen, die in manchen Fällen unter Verwendung von Zelllinien abgetriebener Föten hergestellt wurden?

Es drohe heute die Wiederholung von vier Kardinalfehlern, die bereits in den 30er Jahren in Deutschlang gemacht wurden:

1.) Ein Christentum der von Bonhoeffer angeprangerten „billigen Gnade“,

2.) die unbiblische, einseitige Festlegung auf die Verkündigung des Evangeliums unter Ausklammerung anderer wichtiger Themen (z.B. Abtreibung, biblisches Eheverständnis, Homosexualität),

3.) das falsche Gebot „Du sollst nicht politisch sein“ und

4.) dass die persönliche Errettung und Heiligung oberste Priorität vor allen anderen Fragen habe.

[…] Metaxas warnt davor, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und ruft dazu auf, alle tote Religiosität abzuschütteln und sich ganz auf Jesus Christus zu verlassen, der den Tod überwunden hat. Aus diesem wahren Glauben heraus, sollen Christen angesichts des Bösen in unserer Zeit aufstehen und mutig die Wahrheit aussprechen, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet, „komme, was da wolle“.

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