Land ohne Mut

Mit dem gleichnamigen Buch legt der preisgekrönte Wissenschaftsphilosoph Michael Esfeld eine scharfe Gesellschaftsanalyse vor. Vor allem Christen sei empfohlen das Buch zu lesen, denn leider gilt leider insbesondere für Christen (selbst in leitenden Positionen), was Vera Lengsfeld im Vorwort festhält: „Der Mensch gewöhnt sich an viel und neigt zur Verdrängung. Viele wollen auch nicht erinnert werden.“

Als kleines „Amuse-Gueule“ sei auf eine zentrale Passage hier besonders hingewiesen:

„Das ist ein Bruch mit dem Trend, der die Moderne prägt: Die Menschenrechte gelten nicht mehr bedingungslos. Der selbstbestimmte Mensch, der eine unveräußerliche Würde hat und grundlegende Rechte der Abwehr ungewollter Eingriffe in die eigene Lebensführung, tritt ab. An seine Stelle tritt ein Mensch, der Rechte zur eignen Lebensgestaltung von einer politischen Autorität erwirbt, indem er die Bedingungen akzeptiert, die diese Autorität für die Ausübung dieser Rechte setzt. Offensichtlich handelt es sich dann nicht mehr um Menschenrechte.

Die Idee, dass man seine Freiheit zurückgewinnt, indem man sich Lockdowns, Impfanordnungen oder sozialen Pässen fügt, gehört zu dem Absurdesten, das in der Corona-Zeit auch von ansonsten vernünftigen Menschen zu hören ist. Diese Idee ist nichts anderes als eine Form von Propaganda, die wir von totalitären Regimen kennen: sich den Anordnungen des Regimes fügen, um Freiheit zu gewinnen.

Mit der Impfung sich von der Verbreitung des Coronavirus reinzuwaschen und Freiheitsrechte zu erlangen, steht auf dem gleichen Niveau wie durch Mitgliedschaft in der Partei (oder einer der Blockparteien) der sowjetischen Besatzungszone sich vom Faschismus reinzuwaschen und dadurch Freiheitsrechte zu erlangen.

Es geht hier offensichtlich nicht um Freiheit oder Rechte, sondern um Privilegien als Belohnung für Konformität mit den Anordnungen eines Unrechtsregimes.“

(S. 62, Kapitel 1.4 Jenseits von Corona: der neue Totalitarismus)

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