Wer eine Reise in die französische Stadt Sèvres unternimmt, der kann es in einem Tresor des Internationalen Büros für Maß und Gewicht tatsächlich entdecken: das Maß aller Dinge. Dort liegt er, der Urmaßstab, das Original-Urmeter zum Maßnehmen für alle Ewigkeit, gegossen in eine Platin-Iridium-Edelmetall-Legierung. Dieser eine, unveränderliche und unabänderliche Meter-Maßstab ist der Schlussstrich einer langen, verworrenen und verwirrenden Geschichte ums rechte Maß. Allein im Frankreich des 18. Jahrhunderts gab es 800 verschiedene Maßeinheiten mit insgesamt einer Viertelmillion lokaler Varianten. 1791 beschloss die verfassunggebende Versammlung in Paris die Einführung einer universellen Längeneinheit. Das war der Triumph des Meters. Des ‚Mètre des archives‘.
Wer eine Reise in den Weltbestseller unternimmt, der kann das wirkliche, tatsächliche und weltumspannende Maß aller Dinge entdecken: Jesus Christus. Der Hebräerbrief gießt es für uns nicht in Metall, sondern in schönste und einprägsame Worte und sagt: Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebräer 13,8) Jesus Christus, Maß aller Dinge. Hier finden wir es wirklich. Zum Maßnehmen für alle für alle Ewigkeit. Die Offenbarung Gottes, des Schöpfers. Anfang und Ende der Welt. Erstes und letztes Wort Gottes.
Wir stehen in nicht weniger in verworrenen und verwirrenden Zeiten in denen so vieles durcheinanderläuft. Und ein Blick in die Welt zeigt uns: Eine Welt die Gottes Maßstäbe verwirft, verliert ganz offensichtlich das rechte Maß. Eine nicht enden wollende Liste an Beispielen nur aus dem vergangenen Jahr 2025 könnten wir hier anführen. Nur eines sei erwähnt: Der Hass auf Israel und Juden in unserem Land und weltweit ist wohl das deutlichste und vielleicht hässlichste Zeichen dafür, dass diese Welt Gottes Maßstäbe verloren hat.
Es ist schlimm zu sehen, wenn Menschen Gottes Maßstäbe verlieren und verwerfen.
Aber noch schlimmer ist es, Menschen zu sehen, die in besserwisserischer Überheblichkeit nun meinen selbst Hand an die Maßstäbe Gottes legen zu können.
Menschen, die meinen die Maßstäbe Gottes eigenmächtig verändern zu können. Das zu tun, wäre doch gerade so, als würde sich einer im Internationalen Büro für Maß und Gewicht in Sèvres am Urmeter zu schaffen machen, um an diesem Metall rumzusägen und rumzuschleifen, bis es ihm passt und gefällt. Eine evangelische Kirche, die Gottes Maßstäbe verwirft, macht es im Grunde genauso und sie verliert nicht weniger das rechte Maß. Sie verliert jede Orientierung. Und wenn man erst einmal damit angefangen hat, wo soll das enden? Lassen Sie uns bei Gottes unveränderlichem Maßstab bleiben: Jesus Christus, Herr der Welt!
Für die Sonntagsgedanken der Waiblinger Kreiszeitung im Januar 2026