Der Höchste in höchsten Nöten

Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! (Psalm 46,12)

Ein herrliches Wort: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“

Vielleicht wissen sie: Das Sella-Gebirgsmassiv in den Dolomiten lässt sich mittels 4 Pässen bequem umrunden. Grödner Joch, Campologno-Pass, Pordoi-Pass und Sella-Pass. Und wenn man dort mit dem Rennrad mal in der Nähe ist, dann muss man diese geschichtsträchtige Pässe-Tour, die einst schon Fausto Coppi fuhr, einfach machen.

Zwei wichtige Erkenntnisse aus dieser Tour im August:

Erstens: Ich musste erkennen: Meine Kondition ist relativ, relativ schlecht. Der Speck auf meinen Rippen bremste aus. Der Alltag fordert Tribut. Aber: Hüftgold hin oder her. Sei’s drum. Viel wichtiger: die zweite Erkenntnis.

Im Aufstieg zum Sella Joch stieg ich ab und schaute mich um:

Bergsteiger in den monumentalen Felswänden, kleiner als Stecknadelköpfe. Hubschrauber muten dort an wie summende Libellen über Bergwiesen, Seilbahnen und Gondeln, verschwindend wie Lametta am Baum – alles ins Licht der Augustsonne getaucht.

Und in mir die Stimme: Werde still. Sei still. Er ist Gott. Das ist Gott. So ist Gott. Alles andere ist so relativ. Was für ein befreiende Erkenntnis. Er ist der Höchste unter den Heiden und das Schönste!

Er bleibt der Höchste auch in unseren höchsten Nöten. So rückte diese Tour meine Relationen in doppelter Hinsicht wieder zurecht. Ja, Psalm 46 ist ein Gebet für die richtigen Relationen. Wenn wir uns seine Absolutheit bewusst machen, ist alles andere relativ.

Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, selge Ewigkeit. (Marie Schmalenbach)

Und das Beste: Dieser ewige Gott ist mit uns. Mit diesem Gott können wir Hülben vor Mut und Zuversicht strotzend wieder verlassen. Dazu segne uns Gott!

Für die Hülbener Kirchweihmontagskonferenz 2017

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