Ich liebe diesen kurzen Vorspann.
Eine schlichte, asphaltierte Straße. Aber wider alle Wahrscheinlichkeit hebt sich plötzlich die Asphaltdecke. Sie wird regelrecht aufgesprengt durch einen kräftig wachsenden Halm, der schließlich zur strahlend gelben Blüte treibt.
Aber dabei bleibt es nicht. Es geht weiter. Plötzlich ist diese Straße übersät mit herrlichen, stark wachsenden, leuchtend gelben Löwenzahnblüten!
Es ist der uralte, aber historisch wertvolle Vorspann der Sendung Löwenzahn mit Peter Lustig.
Und das ist ja nicht nur Fantasie: Das ist tatsächlich eine große Eigenschaft der Wurzeln. Sie können Fundamente heben. Wurzeln können Beton zerbröseln. Wurzeln können den Asphalt das Fürchten lehren: Albtraum für die Abteilungen „Straßen und Brücken“ in den Kommunen. Aber ein staunenswertes Wunder, nicht nur für Löwenzahnfreunde.
Der Asphalt für Gemeinden scheint in diesen Zeiten reichlich angerührt und recht großflächig ausgebracht zu sein. Bestandteile für tödliche Asphalt-Rezepturen könnten wir leicht auflisten: Kirchenaustritte, Rückbauprozesse, Missbrauchsskandale, Pfarrstellenstreichungen usw. Im Nu hätten wir eine lange Liste, woraus die giftige Masse besteht. Harte Zeiten.
Und doch muss ich an diese asphaltierte Straße denken, in der dieser Halm die Asphaltdecke sprengt. Und wie das weitergeht und nicht aufhört. Warum? Weil die Gemeinde, die Jesus Christus gehört und ihm vertraut, Wurzeln hat, die sie sich nicht selbst gegeben hat, sondern Wurzeln, die ihr der Herr selbst gegeben hat. In Hebräer 4,12 steht:
Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Das sind und das bleiben die Wort-Gottes-Wurzeln der Gemeinde in harten Zeiten. Das sind Wurzeln, denen wir auch heute alles zutrauen, egal wie hart die Zeiten sind. Egal, wie der Asphalt heißt, der schon angerührt und fertig zum Ausgießen ist.
Es heißt in diesem Bibelwort: „…und dringt durch…“ Genau darauf vertrauen wir! Egal, wie hart die Zeiten auch sein mögen.
Editorial für den Gemeindebrief der Kirchengemeinde Hegnach