Jubeln will gelernt sein!

Tore schießen will gelernt sein, jubeln auch. Der Tanz an der Eckfahne oder der legendäre Klinsmann-Diver waren gestern. Heute wird origineller und tiefsinniger gejubelt. Und wer so jubeln lernen will, muss zum FC Starjans nach Island fahren. Jüngst drehte dort der Torschütze ab, warf pantomimisch die Angel aus und begann zu kurbeln, als wolle er einen besonders dicken Fisch an Land ziehen. Und tatsächlich huscht plötzlich etwas zappelndes heran. Es ist der Mitspieler und Torvorlagengeber. Schließlich greifen die übrigen Mitspieler beherzt zu und wuchten den „Fisch“ in die Höhe. Ein weiterer Mitspieler schießt ein imaginäres Angler-Trophäen-Foto fürs Vereinsalbum.

Jubeln will gelernt sein. Das gilt nicht weniger für beherzte Christen. Wer jubeln lernen will, muss die Sonntage nach Ostern bewusst begehen: Jubilate und Kantate heißen sie. Jubeln lernen und singen lernen, ist ihr Thema. Sie fordern uns auf:  Dreht nicht ab vom leeren Grab, als wäre nichts passiert. Jubelt einmal herzhaft, weil Jesus lebt! Singt ein Lied aus Freude an Gott. Unterbrecht mit trotzigem Jubel die tötende Melodie der Depression. Gott selbst hat längst das „Spiel“ gedreht. Der Sieg des Lebens steht nicht nur in Aussicht, sondern er steht fest.

Jubeln will gelernt sein. Das Psalmenbuch der Bibel ist das Kursbuch für alle, die jubeln lernen wollen. Ein Kursbuch für den Kurswechsel. Weg vom Christsein mit todernster Miene, hin zu einem Leben mit Begeisterung für den Herrn aller Herren. Das Psalmenbuch ist deshalb nicht weniger als ein Handbuch für den Gottes-Jubel. Hier lernen wir origineller und tiefsinniger zu jubeln. Der erste Satz aus Psalm 34 gibt uns die nötige Starthilfe: „Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein!“

 

Angedacht für die Südwestpresse 2015

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