Auch in der 1,7 Millionen Metropole namens Budapest gibt es sie: Oasen. Eine großes Tor an der Häuserfassade einer staubigen Straße öffnet sich und gibt den Weg frei in einen ruhigen Hof mit schattigen Bäumen, blühende Blumen und vielen offen Türen und Herzen. Márta Bolba empfängt uns. Sie erzählt uns, was sie bewegt: Die unermüdliche Liebe zu ihren Mitmenschen im 8. Stadtbezirk von Budapest. Haus und Hof bilden Oase für Menschen, die in der Hitze schwieriger Lebenssituationen drohen die Hoffnung vollends zu verlieren. Genau hier will Marta sein. Genau hier schafft sie Räume für Begegnung, Gemeinschaft, praktische Lebenshilfe und Gebet. Hier bei Márta erfahren Menschen ganz unerwartet, was ihre Seele heilt und befreit. Hier multipliziert sich erfahrbar Mártas Glaubenshoffnung. Vor 5 Jahren sollte die Gemeinde aufgelöst werden. Als Marta, selbst Pfarrerin der Lutherischen Kirche in Ungarn, davon erfährt, blutete ihr das Herz. Sie setzte sich ein und erreichte den Fortbestand der Gemeinde. Heute ist dieser Ort ganz still und leise eine kleine Himmelsfiliale. Wer dort ist, spürt es. Am Sonntag werden sie in einem kleinen, schlichten Raum gemeinsam Gottesdienst feiern, erzählt sie. Sie werden Glauben und Hoffnung teilen. Sie werden singen und beten. Sie werden in diesem Stadtbezirk eine kleine, aber zutiefst gesegnete Oase der Hoffnung bilden. Gott sei Dank gibt es solche Oasen. Gott sei Dank gibt es solche Menschen. Menschen wie Marta.
Menschen mit Augen, die sehen. Menschen mit Ohren, die hörn.
Menschen, die wirklich verstehen, nie eine Hoffnung zerstörn.
Menschen, die Liebe ausstrahlen, hell wie ein Leuchtturm am Strand.
Menschen wie Himmelsfilialen. Menschen mit Herz und Verstand.
Menschen, wie Menschen aus Liebe gemacht.
Menschen, wie Menschen im Himmel erdacht.
Menschen, wie Menschen von Gott zur Welt gebracht. (J. Werth)
Für die Waiblinger Kreiszeitung 2017