Am 3. Juni 2023 war in Stetten im Remstal eine beeindruckende, intellektuell brilliante, sprachlich herausragende Ulrike Guérot zu erleben.

Sie sprach offen, authentisch über ihre Biographie, Familie, ihr Leben und Arbeiten in Paris, New York, Bonn und Berlin in den politischen Chefgetagen mit großen Erfolgen und herben Rückschlägen. Immer maßgeblich geprägt durch ihre poltikwissenschafftliche Arbeit und die Weiterentwicklung der europäischen Idee, deren „Wegrutschen“ sie in den letzten 15 Jahren mit Schmerzen verfolgt (vgl. U. Guérot, Endspiel Europa: Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist und wie wir wieder davon träumen können).
Seit ihrer Positionierung zur verfehlten Corona-Politik (Wer schweigt, stimmt zu: Über den Zustand unserer Zeit. Und darüber, wie wir leben wollen.) erlebt sie beispiellose Ausgrenzung, mediale Verfolgung (vgl. Gespräch bei Lanz am 2.6.2022). Ein mediales Framing, welches sie als Figur am „politisch rechten Rand“ erscheinen lässt, begleitet sie seither.
Sie sprach offen über das „bleierne Gefühl“ seitdem gegen Widerstand und offenkundiges Missfallen der Öffentlichkeit zu leben und zu arbeiten. Sie habe das Gefühl, „immer wenn sie sich stabilisiert habe, mit neuerlicher, negativer Berichterstattung konfrontiert zu sein“ (vgl. Artikel im Spiegel vom 30.5.2023, Prof. Dr. Kokolores, Querdenker an Hochschulen).
Aktuell ist sie von ihren Aufgaben an der Uni-Bonn entbunden, da sie mit einem Prozess zu Plagiatsvorwürfen konfrontiert ist (vgl. Art. FAZ, 24.2.2023 Universität Bonn kündigt Ulrike Guerot wegen Plagiaten; vgl. auch die Prozesse gegen den Mediziner Sucharit Bhakdi oder den Theologen Olaf Latzel ). Derzeit arbeitet sie ohne Büro, Sekretariat und wissenschaftliche Mitarbeiter. Sie machte den Termin im malerischen Weinbauort Stetten/ Remstal auf dem Rückweg in die Hauptstadt für den dortigen Allemde-Verein möglich, dessen Vorsitzender Ebbe Kögel, den Abend herzlich und tiefsinnig moderierte.
Es war ein hochklassiger, inspirierender Abend für wache Mitmenschen, die sich über die Veranstaltung leider nicht in der lokalen Presse (Waiblinger Kreiszeitung) kundig machen konnten, weil diese nicht mehr auf derartige Veranstaltungen des Stettener Allemnde-Vereins hinweisen möchte.
Ein wegweisender Abend für rund 200 aufgeweckte, reflektierte Zeitgenossen, die sich einem immer stärker werdenden Konformitätsdruck nicht beugen wollen, sondern von solchen beeindruckenden Persönlichkeiten mit großem Herz zu einem „Denken ohne Geländer“ (H. Arendt) anleiten lassen wollen.